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Das Job-Center

Ein schlechter Tag kommt selten allein oder?

Heute ging es zum Job-Center, ein schwerer Gang für mich… Da ich niemals Arbeitslosengeld II (sprich: Hartz 4) bekommen wollte. Na ja gute Nachricht ich bekomme es auch nicht, ich bekomme gar nichts.

Es scheint die Sonne, ein angenehmer Luftzug weht und da ich mich ja darum kümmern muss das ich weiter Krankenversichert bin nach dem Arbeitslosengeld I ging ich heute zum Job-Center. In der Hoffnung dass es ja nicht so schlimm sein kann wie alle immer sagen, versuchte ich mein Glück dort.

Ich hätte mir das Aufstehen sparen können. Als ich kurz vor 8:00 Uhr dort ankam, standen bereits die ersten Menschen dort und warteten ebenfalls. Ich zog eine Wartenummer und betrat meine persönliche Hölle als sich die Tore zur Unterwelt um kurz nach 8:00 Uhr öffneten.

Die Menschen schwärmten in alle Richtungen aus, nur ich nahm platz und wartete darauf aufgerufen zu werden. Nach kurzer Zeit war es so weit, ich betrat das erste Büro und vor mir, noch eine etwas müde Dame die mich nach Name, Alter und Anliegen fragte. Als ich Ihr auf alles eine Antwort gab bekam ich zu hören, dass meine Mutter den Antrag zu stellen hat, da ich noch keine 25 Jahre alt sei und bei meinen Eltern wohne. Außerdem würde meine Nummer nochmal aufgerufen, da Sie nicht zuständig dafür sei.

Also nahm ich meine Sachen und verließ das Büro lächelnd und mit höfflichen Ton, in Gedanken sagte ich mir nur „Ganz ruhig, ruf deine Mutter an, es wird schon alles gut.“ dies tat ich dann auch. Da es nicht sehr weit war konnte meine Mutter noch vor dem zweiten Aufruf meiner Nummer da sein und ich schilderte Ihr kurz die Lage. Nach einer gefühlten Ewigkeit, kam der zweite Aufruf.

Gemeinsam betraten wir das Zweite Büro wo eine Dame noch kauend da saß und skeptisch fragte wer ich sei. Ich erklärte Ihr die Situation und von diesem Moment an existierte ich nicht mehr. Ich fragte wieso ich 18 geworden bin, wenn meine Eltern dennoch alles für mich regeln müssen, doch ich bekam keine Antwort.

Nach dem Austausch der Daten und langem genervten hin und her kam raus, dass ich keinen Anspruch auf Arbeitslosen Geld II habe, ich sei nicht bedürftig genug und das obwohl meine Eltern kaum über die Runden kommen. Aber das war nicht mal das schlimmste, das Problem lag in der Krankenversicherung, da ich Chronisch krank bin und auf bestimmte Medikamente einfach angewiesen bin die nicht gerade günstig sind, ist eine Krankenversicherung einfach unverzichtbar. Zudem dachte ich in Deutschland hat jeder Krankenversichert zu sein, aber egal, die nette Dame erklärte meiner Mutter dann nur, Sie kann da nichts machen, muss meine Mutter halt schauen ob ich wieder in die Familienversicherung kann.

Nach weiterem hin und her und unzähligen versuchen mich in das Gespräch einzubringen, verließen wir das Job-Center mit einem unbehaglichen Gefühl und der Unwissenheit wie es weiter geht. Also rief ich von zuhause bei der Krankenkasse an und fragte ob es die Möglichkeit gibt nochmal zurück in die Familienversicherung zu kommen, jedoch war dies aussichtslos, also blieb nur noch eins… meine Eltern müssen nun Monatlich 170€ aus eigener Tasche für mich zahlen, damit ich eine Krankenversicherung habe, da ich ab August nun kein Geld mehr bekomme.

Ich war immer sehr bemüht Arbeit zu finden, hab mich auch außerhalb meines gelernten Beruf beworben, weil ich meinen Eltern nicht mehr so auf der Tasche liegen wollte… ich fühle mich schlecht bei diesem Gedanken das sie nun noch mehr Abstriche machen müssen.

Fazit des Morgens: Ich liebe meine Eltern und bin ihnen dankbar für alles, aber ich hätte mir von einem Sozialstaat doch etwas mehr Unterstützung oder zumindest Hilfestellung erwartet und nicht so eine Ratlosigkeit. Ich weiß die Leute die dort arbeiten können auch nichts dafür, aber jemand mit so einer Ungewissheit gehen zu lassen kann doch nicht Sinn und Zweck sein.

Eure Sunny

28.6.16 10:21
 


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